neue musikzeitung nmz 3/2016 Portrait Katja Cheung Bihler

neue musikzeitung nmz 2/2016 Leitartikel

Leitartikel des nmz-Herausgebers Theo Geißler:

Plan-Los?
Theo Geißler über Flüchtlingspolitik, Musikkultur und die Politik

Unter Absingen fröhlicher Fastnachtslieder und jeder Menge munterem Helau besuchte eine Mainzer Narrengilde eines der zahlreichen Flüchtlingsheime der Landeshauptstadt. Die selbstgestellte Aufgabe: Asylsuchenden gewachsenes, heiteres deutsches Brauchtum nahezubringen. Das stieß, berichtete der SWR, nicht nur auf munteres Einverständnis; generierte beim psychisch nicht unbedingt stabilen Publikum einige Irritation, gar Ängste. Immerhin: Die Aktion war sicherlich einigermaßen gut gemeint, eben das Gegenteil von gut gemacht.

Dabei gibt es im allgemein gern unterbewerteten Bereich unserer musikalischen Zivilgesellschaft mittlerweile eine Fülle von Best-Practice-Beispielen, wie mit Kultur, mit Musik rasch und sensibel Kommunikations-Brücken gebaut werden können zu Menschen jeden Alters, die unsere Sprache (noch) nicht sprechen, die den lebensgefährlichen Weg oft traumatisiert in den vermeintlich sicheren Hafen unserer Bundesrepublik geschafft haben. Gemeinsam mit dem Verband deutscher Musikschulen sammelte und sammelt der Deutsche Musikrat Anschriften und Tätigkeitsbeschreibungen von bislang weit über hundert Initiativen und Organisationen, die sich meist ohne wesentliche materielle Unterstützung des Bundes oder der Länder um Integration kümmern (www.miz.org).
Das reicht vom Bremer syrisch-deutschen Orchester über Augsburgs kostenlosen Musikunterricht für Flüchtlingskinder in den Fächern Klavier, Geige und Cello, über die „Mondiale“ in Berlin oder integrative Schultanz-Projekte in München bis zum Engagement von Theatern und Opernhäusern mit Freikarten für Asylsuchende samt klaren Bekenntnissen gegen die dumpfe Ausländerfeindlichkeit. Um nur wenige Beispiele zu nennen.
Willkommenskultur, mittlerweile fast schon ein Schimpfwort, wird von vielen Künstlern und Pädagogen freiwillig und kaum entgolten kontinuierlich praktiziert. Sie ist – im Unterschied zu den pseudopragmatischen, zahlengesteuerten, teils heuchlerischen, teils wirkungslosen „Plänen“, den widersprüchlichen bis widerlichen und bislang wirkungslosen Lippenbekenntnissen einschlägig bekannter Politikerinnen und Politiker – der eigentliche kultivierte Mutterboden, auf dem die empfindlichen Integrationspflänzchen Wurzeln schlagen und wachsen können. Nur eine finanziell und ideell maximal aufgewertete Kultur- und Bildungspolitik wird in der Lage sein, die gewaltigen anstehenden Probleme der Flüchtlingswelle grundgesetzkonform und human zu bewältigen.
Ob dazu Figuren wie Bayerns Ministerpräsident in spe Söder (erhielt gerade irgendwie zu Recht den Orden wider den tierischen Ernst), ein verknorzter de Maizière, der Mehrwert-Steuermann Schäuble oder der Meinungs-Brummkreisel Gabriel die richtige Besetzung abgeben, darf stark bezweifelt werden. Für sie reduziert sich die diffus herbeigesehnte deutsche Leitkultur doch auf eine Art Wohlverhaltens-Knigge. Wer als Flüchtling sein Fahrrad falsch parkt oder eine deutsche Frau anguckt, wird verhaftet und ausgewiesen. Es lebe das deutsche Dschungelcamp-Kulturverständnis.
http://www.nmz.de/artikel/plan-los

neue musikzeitung nmz 11/2014 MusikSommerKurs

Im Zentrum: Kammermusik
Der MusikSommerKurs 2014
von Sophia Marie Heering

In diesem Jahr fand vom 3. - 7. September der MusikSommerKurs in der Bayerischen Musikakademie Schloss Alteglofsheim unter der Leitung von Konrad Bihler und Katja Cheung Bihler statt.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt die Projektarbeiten des LBLO (Landesverband Bayerischer Liebhaberorchester e.V
), welcher Träger dieses seit mittlerweile neun Jahren bestehenden Sommerkurses für Kinder und Jugendliche ist.
In den fünf Tagen feilen die jungen Musiker, die schon sehr gut vorbereitet anreisen, an den Musikstücken und arbeiten auf das Abschlusskonzert hin. Dieses findet im Kaisersaal des Schlosses statt zu dem alle Familien herzlich eingeladen sind.
Die drei Dozenten (Katja Cheung Bihler, Konrad Bihler, Gundula Kirpal) übernehmen die Aufgaben der professionellen musikalischen Bildung an den Instrumenten Klavier, Violoncello und Geige. Da jeder Tag genau durchgeplant ist, bietet der Kurs den Kindern und Jugendlichen viele Möglichkeiten, sich musikalisch weiterzubilden und zu entwickeln.
Ein zentraler Schwerpunkt – sowohl für Klavier als auch für Streichinstrumente – ist die Kammermusik, die im Unterrichtsalltag um Längen zu kurz kommt. Weitere Schwerpunkte sind die mehrhändige Klaviermusik und der Einzelunterricht. Die insgesamt 18 Schüler zwischen 10 und 15 Jahren proben entweder zusammen, allein, mit einem Dozenten oder selbständig. Den praktischen Unterricht ergänzt die Musiktheorie.
Zum einen wird hier auf das Abschlusskonzert hingearbeitet mit Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Vorbereitung und einen gelungenen Auftritt, zum anderen werden Musikstücke analysiert, zum Beispiel auf Epochenmerkmale hin.
Um den Schülern ein abgerundetes Programm bieten zu können und vor allem den pädagogischen Aspekt auch außerhalb des Unterrichts hervorzuheben, vervollständigen die Betreuer Nicole Vollmer, Richard Grabenhof und Sophia Marie Heering das Team.
Dank der hervorragenden Organisation war auch dieses Jahr der MusikSommerKurs ein voller Erfolg für die Schüler und auch die Dozenten. Das Abschlusskonzert wurde in schönster Kulisse im Kaisersaal bei Sonnenschein den Eltern und den Vorsitzenden des Förderverbandes präsentiert.
Die Kinder und Jugendlichen ließen sich feiern und verabschiedeten sich mit den Worten: „Bis zum nächsten Mal!“ Wir freuen uns auf jeden einzelnen, der wiederkommt.
http://www.nmz.de/artikel/im-zentrum-kammermusik

Das Liebhaberorchester 2/2012 MusikSommerKurs

MusikSommerKurs 2012
an der Bayerischen MusikAkademie Schloss Alteglofsheim

Teilnehmer berichten

Vom 29. August bis 2. September 2012 fand in der Bayerischen MusikAkademie Schloss Alteglofsheim zum siebten Mal der MusikSommerKurs für Klavier und Streichinstrumente statt. Der MusikSommerKurs (Gesamtleitung Konrad Bihler und Katja Cheung Bihler) bietet fortgeschrittenen Schülern zwischen 10 und 18 Jahren die Möglichkeit zu kammermusikalischem Musizieren. Eingeladen sind bestehende Ensembles oder Einzel-teilnehmer, die von den Dozenten im Vorfeld zu geeigneten Gruppen zusammengestellt werden. Während des Kurses erarbeitet jedes Ensemble unter der Leitung eines erfahrenen Dozententeams mehrere Kammermusikwerke. Ebenfalls zum Kursprogramm gehören täglicher Einzelunterricht, Klavier vierhändig, Orchester, sowie Rhythmik- oder Musiktheorie-Workshops.

Julian 15 Jahre, Klavier:
Als ich vor 6 Jahren das erste Mal im Fach Klavier am MusikSommerKurs teilnahm, war ich noch nicht ganz 10 Jahre alt und der jüngste Teilnehmer. Seitdem habe ich jedes Jahr teilgenommen und bin nach wie vor, nein eigentlich immer mehr begeistert. Der Kurs ist für mich eine Möglichkeit, nicht nur im Rahmen des Einzelunterrichts an meiner Technik und am musikalischen Ausdruck zu arbeiten, sondern durch die Kammermusik Erfahrungen im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten zu sammeln. Besonders schön ist es natürlich, dadurch auch neue Kontakte zu anderen Gleichaltrigen zu knüpfen, die über den Kurs hinaus jetzt schon über mehrere Jahre halten und dazu geführt haben, dass ich mich mit meinem Spielpartner auch unter dem Jahr treffe und wir auch zu anderen Gelegenheiten zusammen auftreten. Der Kurs ist für mich jedes Jahr ein schöner Abschluss der Sommerferien. Auch wenn der Tagesablauf bis zum Abend straff durchorganisiert ist, macht es Spaß, von der Einzelstunde, zur Kammermusikprobe und von dort zum eigenständigen Üben jeweils in andere Räume des wunderschönen Schlosses zu eilen, unterbrochen von der Mittags- und Kaffeepause und umrahmt von einem Freizeitprogramm mit Sport und Basteln. Das Highlight des Kurses ist natürlich das Abschlusskonzert, bei dem alle Teilnehmer ihr Können zeigen – im wunderschönen Kaisersaal des Schlosses. Dieses gute Gelingen verdanken wir dem extremen Engagement der Dozenten, die alle Teilnehmern begeistern und dadurch zu ihrer Höchstleistung bewegen.

Alina und Samira 13 Jahre, Klavier:
Das Schöne an diesem Kurs ist das Musizieren mit anderen. Wir waren jetzt schon das fünfte Mal dabei und freuen uns jetzt wieder auf das nächste Jahr. Von uns aus könnte der Kurs viel länger dauern. Es macht Spaß, sich ein Werk zu erarbeiten und es dann zusammen mit anderen am Schlusskonzert vorzutragen. Man lernt, sich in einem Ensemble als Teil einzugliedern. Das ist etwas völlig anderes als Solo zu spielen, denn man muss auch auf die anderen Stimmen achten und darf sich nicht in den Vordergrund spielen. Das ist echte Teamarbeit. Durch den Unterricht bei Frau Cheung-Bihler erhalten wir immer wieder neue Tipps. Dadurch haben wir uns auch schon bei einigen Wettbewerben den ersten Platz in Klavier vierhändig erspielen können.

Leon 13 Jahre, Cello:
Ich freue mich jedes Jahr auf die Einschätzung von Herrn Bihler, wie ich mich im Cello weiterentwickelt habe. Das motiviert mich immer wieder sowohl für den Kurs, als auch für das nächste bevorstehende Jahr, das für mich als Schüler eines musischen Gymnasiums voller Technik und neuer Stücke steckt. Zudem übe ich mit den Dozenten und den anderen Trio- bzw. Quartettkollegen das Stück, das ich ein paar Wochen vorher vorbereitet habe. Dafür bekomme ich zusätzlich täglichen Einzelunterricht, bei dem ich die Tücken des Stückes untersuchen kann und zu beherrschen lerne. So erhalte ich allmählich ein sicheres Gefühl für mein zugeteiltes Werk und kann dann am Konzerttag mit gutem Gewissen ins Konzert gehen, weil ich mich außerordentlich gut vorbereitet fühle und von den übrigen Teilnehmern unterstützt werde.

Schülerkonzert im diako 2017